Die Region und die Orte, wo der Verein Projekte realisiert hat und wo es größere Gemeinschaftsprojekte mit dem Amt für Internationale Beziehungen gibt

 

Der im Nordosten liegende Bezirk Trincomalee sowie die sich nach Süden anschließenden Bezirke Batticaloa, zu dem Kalkudah und Eravur gehören, und Ampara, in dem Kattankudy nd Kalmunai liegen, bilden die Region der Ostküste Sri Lankas. In der Bevölkerung dieser wirtschaftlich unterentwickelten, touristisch bisher erst wenig erschlossenen Region ist Sri Lankas ethnische Mehrheit der Singhalesen eine Minderheitsgruppe. Hier leben vor allem von Tamilen und  Muslime. Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region ernährt sich von Fischfang, Handel, Handwerk und kleinteiliger Landwirtschaft.

 

Die Aktivitäten der Srilankahilfe Nürnberg und die Gemeinschaftsprojekte mit dem Amt für Internationale Beziehungen konzentrierten sich nach dem Tsunami und dem Ende des Bürgerkriegs, das heißt von 2009 an, auf die folgenden Gemeinden an der Ostküste Sri Lankas:

 

Kalmunai,

das etwa 50 km südlich von Kalkudah liegt, ist mit über 100.000 Einwohnern die zweitgrößte der Städte an der Ostküste Sri Lankas. Die Häuser der Bewohner und Kleingewerbetreibenden säumen sich kilometerlang entlang der Küste. Der Tsunami hat das dicht besiedelte Gebiet besonders hart getroffen. Mit rund 4.000 Toten und einem Vielfachen an Menschen, die durch den Tsunami obdachlos wurden, gilt sie als die vom Tsunami am stärksten betroffene Gemeinde des Landes. Bis heute leben rund 400 Familien, die durch den Tsunami ihr Heim verloren hatten, in einem der zehn noch verbliebenen Lager.  Anders als die Region um Kalkudah hat diese Stadt kaum Chancen, von dem erwarteten touristischen Boom an der Ostküste zu profitieren.

 

Kattankudy

ist ein ebenfalls an der Ostküste Sri Lankas zwischen Kalkudah und Kalmunai gelegener Ort. In der Gemeinde wohnen knapp 55.000 Personen. In Kattankudy, die zu den weltweit am dichtesten besiedelten Gemeinden gehört, wohnen vor allem Muslime. Die Gemeinde war sowohl vom Tsunami als auch vom wirtschaftlichen Niedergang und dem Terror, den der Bürgerkrieg der Ostküste Sri Lankas bescherte, stark betroffen.

 

Eravur

In dem zwischen Batticaloa im Norden und Kalkudah im Süden gelegene Ort Eravur an der Ostküste Sri Lankas leben knapp 30.000 Menschen  – es handelt sich dabei ebenfalls hauptsächlich um Muslime und um Tamilen. Rund 75 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten als Tagelöhner, Kleinbauern oder Fischer. Insbesondere in der Gruppe der Jüngeren 15- bis 35-Jährigen, gibt es jedoch viele Arbeitslose, die kaum Chancen haben, je eine Beschäftigung zu finden. 60 Prozent der Bevölkerung hat ein Einkommen, das unterhalb der Armutsgrenze (25 US-Dollar pro Monat) liegt. Auch hier haben sowohl der Tsunami als auch die gewaltsam ausgetragenen Konflikte zwischen Tamilen und Singhalesen haben der Gemeinde und der Bevölkerung schwer zugesetzt.

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Weihnachten 2004/2005

 

Der Tsunami hatte verheerende Folgen für die Bewohner der östlichen und südlichen Küstenregionen Sri Lankas. Das Land war neben Indonesien die am schlimmsten vom Tsunami betroffene Region. Und: Die Ostküste Sri Lankas zwischen den Bezirken Trincomalee und Ampara, in denen Kalkudah und Kalmunai, die Region, in denen wir das Gros unserer Projekte realisierten, gelegen sind, hatte es besonders hart erwischt. Allein Kalkudah hatte 300 Tote zu betrauern und beherbergte nach dem Tsunami 3.000 obdachlose gewordene Menschen. In Kalmunai tötete die Naturkatastrophe rund 3.000 Menschen und nahezu jeder Haushalt war von ihr in irgendeiner Form betroffen.

 

Opfer des Tsunami und der Seebeben am 26. Dezember 2004 in Südostasien*)

 

Tote

Vermisste

Flüchtlinge

Indien

10,672

5,711

NA

Indonesien

110,229

12,132

703,518

Malaysia

68

6

8,000

Malediven

81

21

21,663

Myanmar

59

3

3,205

Sri Lanka

30,899

6,034

425,620

Thailand

5,303

3,396

NA

Somalia

150

NA

5,000

Seychellen

3

NA

NA

Gesamt

157,464

27,303

1,167,006

* Offizielle Angaben der jeweiligen Landesregierungen