Februar 2017

Potenziale für eine sichere und selbstbestimmte Zukunft stärken

Erweiterungsbau des Ausbildungszentrums in Kattankudy an der Ostküste Sri Lankas eröffnet - Projekt der Srilankahilfe Nürnberg und der Stadt München erfolgreich abgeschlossen

 

Am 24. Februar 2017 wurde der Erweiterungsbau des seit 2013 bestehenden Qualifizierungs- und Ausbildungszentrums in Kattankudy feierlich eingeweiht. Es handelt sich um einen zweistöckigen Anbau mit rund 210 Quadratmetern Nutzfläche.

 

In der bereits bestehenden im Jahr 2013 eröffneten Einrichtung befinden sich zum einen das Hussainiya Kids College, eine Vorschuleinrichtung für rund 50 Jungen und Mädchen, und das Career Development Center, eine Ausbildungsstätte für halbjährige Kurse in den Bereichen IT und Computernutzung, das sich an jeweils 60 Schulabgänger wendet, die keinen Hochschulplatz bekommen haben.

 

In dem neuen Trakt werden Schüler der Sekundarstufe auf ihren Schulabschluss vorbereitet. Neben Anfängerkursen in IT und Computernutzung werden auch Angebote in den Sprachen „Englisch“ und „Singhalesisch“ sowie in Mathematik erteilt.

 

Ziel dieses seit Anfang 2017 erweiterten Angebots ist es unter anderem, möglichst viele Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit der immer stärker von IT und Digitalisierung beherrschten Welt und den sich wandelnden Anforderungen der Arbeitswelt vertraut zu machen. Der zusätzliche Sprachunterricht in Singhalesisch und Englisch – Muslime sprechen Tamilisch und erlernen ebenso wie Tamilen eine sich vom Singhalesischen unterscheidende Schrift – soll ebenfalls dazu dienen, die Ausgangsposition für den Einstieg in einen Beruf zu erleichtern. Seit 2016 sind landesweit alle Schüler verpflichtet, die drei Sprachen Singhalesisch, Tamilisch und Englisch in Wort und Schrift zu erlernen. Zuvor war Sri Lanka sprachlich in zwei große Gruppen geteilt. Die Singhalesen erlernten bis dahin lediglich ihre eigene Sprache, Tamilen und Muslime dagegen Tamil.  

 

Von dem Angebot profitieren jeweils rund 70 Schüler und Schülerinnen im letzten Jahr vor ihrem Schulabschluss. 

 

Finanziert wurde der zweistöckige Erweiterungsbau, für den insgesamt 35.500 Euro aufgewendet wurden, aus Geldern des Vereins Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka e.V. und aus einer Spende der Stadt München in Höhe von 14.802,83 Euro. Die Stadt Kattankudy hatte das für den Anbau notwendige Grundstück zur Verfügung gestellt. Sie trägt auch die laufenden Kosten für Personal und Instandhaltung der Einrichtung. Die Einrichtung insgesamt firmiert seit Anfang des Jahres unter dem Namen „Islamic Youth Educational Center“

 

 

Dank an die Stadt München für ihre großzügige Spende und an Dr. Ismail Fahmy, der das Projekt betreute und überwachte

Der Verein sowie die Bürger von Kattankudy und die Trägerorganisationen des Zentrums, die Islamic Youth Front, und ESDO (Educational and Social Development Organisation) danken der Stadt München für die großzügige Spende, die es möglich machte, das Projekt schneller als ursprünglich geplant zu verwirklichen. Sie danken auch Dr. Ismail Fahmy, vormals National Technical Advisor für Sri Lanka bei der UN-Habitat und Berater des National Chapter of Mayors in Sri Lanka, der das Projekt betreut und überwacht hat. 

 

 

 

Jahresauftakt 2015

Erste Hilfe für Kinder und Jugendliche in Sri Lanka

 

Nürnberg, den 19. Januar 2015 - Unmittelbar nach Weihnachten 2014 hatte der Verein 2.000 Euro nach Sri Lanka überwiesen, um Opfern der Ende 2014 durch starken Regen verursachten Überschwemmungen an der Ostküste zu helfen.

 

Die Hilfe kam rechtzeitig an: Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche in Kattankudy und Eravur, die vor den Wassefluten hatten fliehen müssen, wurden zum Ende der Schulferien mit Schulheften, Bleistiften und Schultaschen übergeben. So konnten sie am 9. Januar 2015, dem Tag nach den in diesem Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen, einigermaßen gut gerüstet wieder in ihre Schulen zurückkehren. 

Dr. Ismail Fahmy (l.), ehemals UN-Habitat-Repräsentant, war persönlich zur Übergabe der Schulausrüstung angereist

Fahmy, der seit vielen Jahren die Projekte des Vereins und des Amts für Internationale Beziehungen betreut, hatte auf unsere Anfrage, ob wir irgendwie helfen können, diese Aktion vorgeschlagen.


Wegen der Überschwemmungen, die in diesem Jahr besonders stark waren, hatten viele Kinder und Jugendlichen aus zeitweilig in Notunterkünften geflüchteten Familien ihre Schulausrüstung verloren. Sein Vorschlag auf unsere Anfrage hin:

 

„Yes, there were terrible showers and floods in the East including Kattankudy and Eravur. Many people were displaced. We were able to help in a small way. The rains are expected to cease. But there were many who were affected.

 

If you wish to do something small, I can suggest that you provide some stationary and maybe uniform material to some of the children. In many homes, many items were washed away. The schools will reopen after the elections on the 8th Jan. so it may be useful.

 

Among this would be the 25 families in Little Nuremberg. Fortunately, this area did not get heavily flooded like most other areas.“

 

Mit Kattankudy und Eravur verbindet uns Vereinsmitglieder und die Stadt Nürnberg eine besondere Beziehung

In Kattankudy gibt es seit 2013 ein von Geldern des Vereins und Spenden von Nürnberger Bürgern gebautes Ausbildungszentrum mit einer Computerschule für rund 30 Jugendliche und einer Vorschule für rund 50 Kinder. Seit März 2014 wohnen 180 Menschen, die zuvor über Jahre hinweg in Notunterkünften untergebracht waren, in der Siedlung „Little Nürnberg“, die 25 Häuser sowie ein kleines Gemeindezentrum umfasst. Auch dieses Projekt wurde aus Geldern des Vereins und Spenden Nürnberger Bürger finanziert.

 

 

Die Hilfe kam an

Am 19. Januar bekamen wir die Rückmeldung von Dr. Ismail Fahmy, der an die Ostküste gefahren war, um bei der Übergabe der Schulutensilien persönlich teilzunehmen:

 

I have sent under seperate emails photos of the donation we made with the funds received. I visited the places and handed over the items personally.

In Kattankudy over 800 children were provided with 5 exercise books and pencils each. In addition 200 children from nursery schools were given school bags.

In Eravur 250 school bags were given to older students (above the nursery level) with exercise books.  Students in the higher grade were given 5 exercise books and pencils each. Over 1000 books and pencils were distributed.

Together we helped students in 8 schools.

 

The principal and parents requested me to convey their grateful thanks and deep appreciation. They were aware of and thankful that you'll have been assisting them always in times of need.

Let me also extend my sincere thanks for this thoughtful gesture. With my regards and kind wishes to all and your families.“

 

Alljährlich wird die Ostküste Sri Lankas

in den Monaten November bis Januar von starken Regenfällen während des Monsuns heimgesucht. In diesem Jahr fiel jedoch ein Mehrfaches des sonst in dieser Zeit üblichen Regens. Den Angaben des srilankischen Katastrophenschutzzentrums zufolge waren in Sri Lanka mehr als 800.000 Menschen in Zeit um und nach Weihnachten vor den Fluten geflohen und mehr als 20 Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche umgekommen. Die Situation werde vor allem im Norden und im Osten der Insel immer dramatischer, meldete das Zentrum noch kurz vor Weihnachten. Das war der Anlass für uns, unsere Hilfe anzubieten

 

Juli 2014

Klein-Nürnberg in Eravur an der Ostküste Sri Lankas eröffnet

Mitglieder der Srilankahilfe Nürnberg nahmen an der feierlichen Eröffnung teil

 

Mitte Juni 2014 besuchten Mitglieder des Vereins „Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka e.V.“ (Srilankahilfe Nürnberg) sowie der Leiter des Amts für Internationale Beziehungen Dr. Norbert Schürgers die Ostküstenregion Sri Lankas, um das jüngste Gemeinschaftsprojekt „Klein Nürnberg“ feierlich einzuweihen. Es handelt sich dabei um eine 25 Häuser umfassende Siedlung in dem nicht weit von Kalkudah gelegenen Ort Eravur, in der seit März dieses Jahres rund 180 Personen nach Jahren des Lebens in Notunterkünften ein neues Heim gefunden haben.

 

Jedes der etwa 50 Quadratmeter großen Häuser hat einen eigenen Brunnen, eine Toilette und Stromanschluss. Mit dazu gehört auch ein kleines Stück Land, das die Bewohner nach eigenem Wünschen gestalten und bewirtschaften können. Die Gemeinde Eravur hat inmitten der kleinen Siedlung ein kleines Zentrum errichtet, das die Bewohner für Versammlungen und Feste nutzen können. Sie wird in Kürze auch die noch unbefestigte Straße vom Ort in das neue Quartier ausbauen.  

 

In jedem der Häuser wohnen fünf bis acht Personen, nicht selten drei Generationen angehörend. Es handelt sich um Familien, die durch den Tsunami 2004 beziehungsweise in dem von 2006 bis 2009 wieder entbrannten gewaltsamen Bürgerkriegskonflikt zwischen den singhalesisch dominierten Streitkräften und der tamilischen Terrororganisation LTTE obdachlos geworden waren und denen eigene Mittel fehlten, sich aus den armseligen Wohnverhältnissen der Notunterkünfte zu befreien.

 

In jeder dritten der Familien, die jetzt in der Siedlung wohnen, ist der Haushaltsvorstand eine Frau, die im Tsunami oder im Bürgerkrieg ihren Mann verloren hatte. Knapp drei Monate, nachdem die Familien ihre Häuser bezogen, zählen zu den Bewohnern der Siedlung bereits zwei in Klein-Nürnberg geboren Neubürger.

 

Die meisten der Bewohner  verdienen ihren Lebensunterhalt wie eh und je als Tagelöhner in der Fischerei oder in der Landwirtschaft. Aber es gibt jedoch auch erste Initiativen der Bewohner, ihren Lebensunterhalt mit selbständiger Arbeit zu bestreiten. Eine der Familien betreibt in einem der drei Räume ihres neuen Heims, die ihr neues Haus umfasst, einen kleinen Laden, in der die Bewohner der neuen Siedlung Güter des täglichen Bedarfs einkaufen können. Eine andere Familie hat einen ihrer Räume mit drei Nähmaschinen ausgestattet, in dem sie im Auftrag eines Textilgeschäfts in Eravur Herrenhemden anfertigen.

 

Ein gelungenes Ergebnis von Vertrauen, Zuverlässigkeit und Kooperation

Das Projekt, eine Siedlung zu bauen, um unterprivilegierten tamilischen und muslimischen in Notunterkünften lebenden Familien eine einfache, aber menschenwürdige Wohnmöglichkeit auf eigenem Grund und Boden zu ermöglichen, hatte Dr. Ismail Fahmy, Repräsentant der UN-Habitat in Sri Lanka, im Oktober 2012 anlässlich seines Besuchs in Nürnberg vorgeschlagen.  Bei ihm lag auch die Projektüberwachung  und -kontrolle.

 

Mit Ismail Fahmy  haben das Amt für Internationale Beziehungen und die Srilankahilfe Nürnberg seit rund 7 Jahren eine Reihe von Projekten in der Ostküstenregion Sri Lankas geplant und realisiert: Dazu zählen der Bau des von Mitarbeitern, Vorstand und Dienstleistern der GfK finanzierten Bau des Heinrich A. Litzenroth Memorial Health Center in Kalmunai, die Einrichtung einen Intensivpflegestation in der Kinderklinik des Ashroff Memorial Hospitals in Kalmunai, der Bau eines Ausbildungsstätte, in dem junge Menschen eine Computergrundausbildung erhalten, in Kattankudy, die Sanierung mehrerer Kindergärten in Kalmunai und Umgebung sowie in Kattankudy.

 

Dazu Dr. Schürgers: „Dass wir inzwischen trotz vieler widriger Umstände mehrere Projekte an der Ostküste Sri Lankas erfolgreich realisieren konnten, haben wir vor allem der vertrauensvollen Kooperation mit Dr. Ismail Fahmy zu verdanken. Dies ist nicht nur seiner enormen Erfahrung zuzuschreiben, sondern auch seinem Engagement und dem Respekt, den er in der Bevölkerung und bei den Entscheidungsträgern in den Gemeinden genießt.“

 

Für das jüngste Projekt „Little Nuremberg“ hatte sich im Vorfeld der Planung die Gemeinde Eravur bereit erklärt, das für den Bau der 25 Häuser notwendige Land  zur Verfügung zu stellen und damit dazu beizutragen, besonders unterprivilegierten, in Notunterkünften lebenden Familien zu helfen.

 

Bauträger war die Educational and Social Welfare Development Organization (ESDO) der Dawood Foundation, Eravur, eine Gruppe engagierter Bürger von Eravur, die sich nicht nur seit über 15 Jahre um Bildungs- und Ausbildungsprojekte in der Region kümmert, sondern sich auch nach dem Tsunami und in den bis 2009 andauernden gewaltsamen ethnischen Konflikten zwischen Tamilen und Singhalesen für eine friedliche Ko-Existenz der Bevölkerungsgruppen einsetzt.

 

Die Häuser, die insgesamt etwa 125 Tausend Euro gekostet haben, wurden aus Geldern, die die Srilankahilfe Nürnberg seit nunmehr fast neun Jahren aus dem Verkauf von Spielzeug und kunstgewerblichen Artikeln aus Sri Lanka sowie dem Ausschank von Glühwein in der Kalkudah-Bude auf dem Markt der Städtepartnerschaften des Nürnberger Christkindlesmarkt erwirtschaftet hatten, und aus Restmitteln, die dank der umsichtigen Projektüberwachung durch Dr. Fahmy von der UN-Habitat dem Amt für Internationale Beziehungen noch aus den bereits realisierten Tsunami-Projekten verblieben waren.

 

Auf der Eröffnungsfeier, an der alle Bewohner von Klein-Nürnberg teilnahmen, dankte der Bürgermeister der Gemeinde Eravur Seyed Ali Zahir Moulana allen Beteiligten, insbesondere aber den Bürgern von Nürnberg für ihr einmaliges Engagement: „Sie haben die Menschen, die in dieser neuen Siedlung eine Heimat gefunden haben, glücklich gemacht. Sie haben sie darin bestärkt, aktiv zu werden und ihr Leben neu zu gestalten.“ Denn schon während die Häuser gebaut wurden, hatten sich die Bewohner an den Maurer-, Tischler-, Dachdecker-Arbeiten usw. beteiligt. Und viele haben kurz nach ihrem Einzug damit angefangen, das zu ihrem Haus gehörende Land zu bewirtschaften, Gemüse anzubauen und kleine Gärten anzulegen.

 

„Unsere Ankunft in „Klein Nürnberg“, das wir ja zuvor nur auf Fotos in den verschiedenen Bauphasen gesehen hatten, und der herzliche Empfang, den uns die Bewohner bescherten, war für uns alle sehr bewegend. Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Projekt etwas geschaffen haben, das den Empfängern auf Dauer wirklichen Nutzen bringt. Das ist uns wichtig und ermutigt uns, uns weiter für die Menschen in der Region zu engagieren,“ versichert Dr. Ulrike Schöneberg, Vorsitzende der Srilankahilfe Nürnberg.

 

Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka e.V.

Der aus der Tsunamihilfe Nürnberg in Sri Lanka hervorgegangene gemeinnützige Verein „Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka e.V.“ (Srilankahilfe Nürnberg) erwirtschaftet seit nunmehr 2006 mit der Kalkudah-Bude auf dem Markt der Städtepartnerschaften am Christkindlesmarkt Mittel für die Finanzierung von Projekten in der Patenregion der Stadt Nürnberg an der Ostküste Sri Lankas. Die Erlöse auf dem Weihnachtsmarkt und alle eingehenden Spenden werden zu 100 Prozent in Projekte in der Patenregion investiert.

 

Kontakt:

Dr. Norbert Schürgers

Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg

Tel. 0911 231 2051

 

Dr. Ulrike Schöneberg

Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka e.V. (Srilankahilfe Nürnberg)

www.srilankahilfe-nürnberg.de

Tel. 0911 933 0627

 

Spendenkonto:

Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka e.V.

VR-Bank Nürnberg

Kontonummer (IBAN) DE03 7606 0618 0000 0393 90 – BIC: GENODEF 1N02

 

 

Klein-Nürnberg in Eravur an der Ostküste Sri Lankas eröffnet - Langversion
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Little Nuremberg in Eravur: Bilder vom Besuch 2014
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